MSO-Webdesign. Ihr Webdesigner

Geschichte von MSO-Webdesign

MSO-Webdesign 2002

Sonntag, 10. Juni 2012

Dieser Beitrag ist nur historisch zu sehen und teilweise veraltet.

Seit 12 Jahren gibt es nun meine kleine Firma. Bis 2000 war ich städischer Angestellter im Jugendhaus, und eines Tages, vielleicht 1996, brachte mein Chef einen älteren PC mit. Es war glaube ich ein 386 oder 486 mit Windows 95 drauf. Er war für mich gedacht.

Ich erfuhr, dass ich damit Texte schreiben konnte, Presseberichte, und dazu Flyer mit unserem Programm. Bisher tat ich das mit der Schreibmaschine. Nun musste man auch noch wissen, was man wie mit einem PC zu tun hat. Immer wieder mal kam jemand vorbei und erklärte dies und das. Es kam der Tag, als mir jemand eine Diskette mit "Block out / Tetris 3d" brachte. Das war ein Fehler.

Ich spiele es noch heute, legte aber immer wieder Pausen ein, für die Nerven. Jedenfalls lernte ich mit der Zeit alles, was ich brauchte, ganz für mich allein. Mal mit einem Buch, mal durch studieren.
1999 gab es einen neuen alten PC mit Windows 98. Unser Zivi war ein Könner. Er erklärte mir, dass man mit einem PC ins Internet gehen kann. Das muss man ja wissen! Eins kam zum anderen: Das Jugendhaus bekam einen Internetzugang und noch einen PC; bald lernte ich diese unbekannte Welt kennen und war begeistert. Was es alles gab … Vor allem begeisterte mich die Vorstellung, dass auf der ganzen Welt Leute ihr Wissen und ihr Können benutzten, um ihre Anliegen zu verbreiten. Und man konnte miteinander in Kontakt treten.

Bald hatte ich bei web.de eine Mailadresse, und dann kam mir die Idee, dass ich all das, was mir schon immer durch den Kopf ging, auch auf einer "Homepage" darstellen konnte. Ach, wie glücklich und naiv ist jede Zeit, wenn man zurückschaut. Damals dachte ich bald:
"Früher konnte man nichts veröffentlichen, heute kann man jedes beliebige Thema darstellen. Doch die Kunst liegt darin, dass es auch jemand liest."

Ich muss sagen, jetzt, 2012, habe ich jede Illusion verloren. Warum auch sollte es im Web anders laufen als in der realen Welt? In den ersten Jahren konnte man im Web alles machen. Später ging es darum, damit Geld zu verdienen. Und nun habe ich den Eindruck, dass wie immer nur noch die Großen etwas verdienen, und zwar jede Menge. Und all die Betrüger, Abzocker und Spam- und Spyware-Psychopathen.

Doch zurück. Ich wollte also auch eine Homepage. Wie das ging? Es gibt für alles Programme! Ich benutzte MS Powerpoint, und bald sah es richtig super aus, ein paar Seiten über Hund und Hobbies. Aber es war nicht online. So leicht ging das also nicht.

Auf dem PC gab es "Microsoft FrontPage Express", das war zum Seiten gestalten. Es gab eine Bearbeitungsansicht, eine Ansicht, wie es dann im Web aussieht und den Quelltext. Ich brauchte lange, bis ich alles durchschaute, all die head, body, td, p, h1 und blockquote usw. Aber es ging voran, und alle, die es sahen, sagten, es sähe gut aus.

Im August 2000 gingen für mich bei der Stadt die Lichter aus, und seither versuche ich, mich mit meinem kleinen Geschäft am Leben zu halten. Ich meldete mich arbeitslos und hatte nun Zeit, mein Projekt voranzutreiben.

Damals gab es eine Firma Ibex, die im TV PCs für monatliche Raten anbot. So kaufte ich mir einen Compaq mit "riesigem" 64MB Arbeitsspeicher. Und ich kaufte mir Microsoft Frontpage, denn damit sollte man alles erarbeiten können, was man fürs Web braucht. Der Witz ist, ich arbeite noch heute nach 12 Jahren mit Frontpage 2000! Man muss nur wissen, wie man es verwendet und was es nicht kann.

Wahrscheinlich sah das meiste aus heutiger Sicht abscheulich aus, und es existiert auch keine Seite mehr davon. Ausser auf meinem PC.

Neben Frontpage 2000 arbeitete ich bald für Grafiken und Fotos mit Ulead PhotoImpact, und auch das tue ich noch heute. Ich kaufte mir dicke, schwere Bücher, lernte die Programme von Grund auf und merkte, vieles braucht man nicht, aber gut zu wissen. Daneben "surfte" ich viel im Web und sah, was die Konkurrenz macht. Ergebnis: Sie war mir immer mindestens einen Schritt voraus, egal, wie schnell ich voran ging.

Der erste Lehrsatz, den ich fand:

Erkenne, was du brauchst, und beherrsche deine Programme!

Jahrelang lernte und arbeitete ich weiter. Bald war ich perfekt darin, fehlerfreies HTML zu liefern und nicht auf Frontpage, sondern vor allem auf den Editor bzw. den Quelltext zu vertrauen. Da ich mich schon früher viel mit Malerei und Fotografie befasst hatte, achte ich seit dem ersten Tag auf ein plakatives, ästhetisches und harmonisches Aussehen meiner Seiten. Dazu sollte die Allgemeinbildung helfen, inhaltlich immer korrekt zu arbeiten.
Ich fand erste Kunden, dazwischen erweiterte ich immer wieder meine eigenen Seiten. So baute ich meine Seiten, lernte Tabellen zu verschachteln, lernte die Texte zu formatieren usw. Frontpage wurde zum besseren Dateikontrollsystem, denn es findet kaputte Links.

Geschäftlich kam ich nicht recht weiter. Bald schon fand ich meine Leistung zu wenig gewürdigt, hatte zu wenig Kunden, und es sollte noch schlimmer kommen, denn man kann nicht ewig auf arbeitslos machen. Es kam der Tag, als ich wirklich versuchen musste, von meiner Arbeit zu leben. Ich gab daneben Gitarrenunterricht, machte ab und zu eine Gartenarbeit und übernahm kleinere Malerarbeiten. Die Entscheidung, ob ich nun davon leben kann, und wenn auch auf bescheidenstem Niveau, ist noch nicht abschliessend gefallen.

Zweiter Lehrsatz:

Kundengewinnung ist so wichtig wie die Arbeit selbst!

Dritter Lehrsatz:

Ohne Netzwerk und Seilschaft geht gar nichts!

Diese Erkenntnisse sind sehr bitter und schwer verdaulich. An diesen beiden Punkten hängt die geschäftliche Zukunft.

Unverdrossen machte ich weiter. Die Referenzen nahmen zu, und es kamen einige dazu, die doch mehr waren als nur Kleinstprojekte. Z.B. die www.caritas-hochrhein.de. Immer Grund genug weiterzumachen, aber nie genug, um ausruhen und Atem holen zu können!

Wenn ich heute zurückschaue, kommt es mir vor, als hätte ich bis 2008 nur Vorübungen gemacht. Dabei entsprach das durchaus den jeweiligen Standards. Einen großen Nachteil fand ich darin, dass man Webdesign nicht schulisch gelernt hat, sondern sich alles selbst beibringt: Es geht genauso gut, nur es kann dauern! Es dauert, bis sich alle Details zusammenfügen und man nichts wichtiges mehr auslässt. Unwichtig finde ich z.B. Flash.

Ich hatte zu leiden. Ich litt an:

  • Meine Seiten sehen nicht so gut aus wie andere.
  • Ich kapiere das ganze PHP-Zeugs nicht.
  • Ich hasse den ganzen Kommerz, will aber trotzdem alles anbieten können.
  • Ich werde nie ein Programmierer und Entwickler sein, aber ich will auch mal vorn mit dabei sein, was neue Features angeht.
  • Und natürlich: Wo finde ich dauernd neue Kunden?

Und konnte ich das Leiden auflösen? Teilweise. Ich hatte mich zu lange ausgeruht und nichts Neues dazugelernt.

Meine Seiten sehen nicht so gut aus wie andere.

Ich studierte andere Seiten, die mir gefielen, und entdeckte endlich das aktuelle Geheimnis: CSS. Ich kannte das schon, aber nur rudimentär. Nun lernte ich es in zwei Stufen. Erst ganz praktisch und sehr unvollkommen, aber es ging; und dann wieder mit einem Buch, "CSS-Mastery". Hier folgt nun kein CSS-Lehrgang, denn davon gibt es im Web genug. Als ich es begriff – und ich muss zugeben, restlos alles habe ich noch immer nicht drauf – konnte ich endlich Seiten gestalten, wie ich es wollte. Mit Durchblick hat man die komplette Gestaltung in der Hand. Ist man konsequent und ignoriert die ganz alten Browser, braucht man auch keine "Browserweichen" usw.

Ich befasste mich eingehender mit Photoimpact, benutze fürs Freistellen das Programm "Gimp", habe wieder total viel gelernt. Man darf nicht vergessen, alle Leute suchen preiswerte HPs. Meine sind preiswert, und sie sind ihren Preis wert! Nur stosse ich gelegentlich an die Grenze der Grafikgestaltung, aber da hilft meist der Hinweis, dass man sich für etwas mehr Geld die Grafik von einem super Profi aufpäppeln lassen kann.
Jetzt bin ich mit der Gestaltung meiner HPs vorerst zufrieden und kann sie mit gutem Gewissen jedem anbieten. Es gehören auch bestimmte Details dazu wie der Fussbereich, der oft auf 100 % Breite geht.

Ich kapiere das ganze PHP-Zeugs nicht.

Das kapiere ich immer noch nicht. Muss man auch nicht. Aber man sollte wissen, welche Open Source Programme man wie anwenden und anpassen kann. Niemand programmiert alles von Grund auf neu. Ich habe nun eine ganze Menge drauf:

  • den Veyton Shop und den XTC-Modified-Shop, meist gemeinsam mit meinem Partner
  • PHPWCMS, ein leichtes CMS, das sogar ich kapiere
  • PHP-Forum, PHP-Gästebuch etc.
  • als derzeitige Krönung WordPress und Joomla als Blog oder/und CMS, dass man hier gerade in Aktion sieht, und zwar mit eigenen Templates, entwickelt aus vorhandenen Templates

Ich hasse den ganzen Kommerz, will aber trotzdem alles anbieten können.

Den hasse ich mehr denn je. Ich kann jetzt alles anbieten. Alles, was nicht den Arbeitsrahmen eines einzeln Arbeitenden sprengt. Es gibt keine Flash-Seiten, es gibt keinen Schweinkram und niemals Abzockerseiten, aber sonst nehme ich jeden Auftrag an und führe ihn zu Ende. "Kommerz" darf man sich auch nicht so vorstellen, dass ich es ablehnen würde, etwas zu verkaufen. So ist die Welt. Was ist so hasse ist das Marktschreierische, das Zumüllen mit Werbung, das Nerven und die Volksverdummung. Aber ich hatte noch nicht die Gelegenheit, so eine Anfrage ablehnen zu dürfen.

Ich werde nie ein Programmierer und Entwickler sein, aber ich will auch mal vorn mit dabei sein, was neue Features angeht.

Es gilt das gleiche, was ich oben zu den CMS sagte. Da ist schon einiges, das ganz vorn in der Entwicklung steht. Ich war bei bild.de auf der Startseite und sah diesen Kasten mit den wechselnden Inhalten.
"Das will ich auch!", dachte ich, und ich fand es auch bei suedkurier.de und an anderen Orten. Die wissen, was aktuell ist, und verwenden es. Ich jetzt auch! Und alles für meine Kunden!

Die erste und schwerste Frage wie immer ist:
Woher nehme ich genug Kunden?

Die zweite, die mir wesentlich leichter fällt, ist: Wie stelle ich sie zufrieden?

Das ist das große Mysterium, vor dem ich immer wieder stehe. Jemand sagte mir einmal:
"Du musst so viel Zeit für die Kundengewinnung aufwenden wie für die Arbeit selbst!"

Ich fürchte, er hatte recht. Man kann zu meinen Seiten sagen, was man will, Geschmäcker sind verschieden. Ich selbst finde sie meist sehr gelungen. Alles ist fehlerfrei, möglichst ansprechend und passend zum Thema gestaltet. Es hat sich auch noch keiner beschwert! Doch leider melden sich viel zu wenig neue Kunden von sich aus. Warum ist das so?

Werden meine Seiten gefunden?

Sucht man nach "Webdesign", ist es sinnlos. Sucht man z.B. nach "Webdesign Hochrhein", stehe ich bei Google auf der ersten Seite.

Stimmen die Inhalte?

Ich denke schon. Alle Angebote sind ausführlich beschrieben. Preise stehen dabei und sind sehr günstig. Referenzen gibt es zur Genüge.

Werden die Seiten besucht?

Recht wenig.

Kommen Anfragen?

Noch weniger …

Was hält potentielle Kunden von einer Anfrage ab?

Ich habe die Befürchtung, dass moderne Zeiten und Techniken wie das Web rein gar nichts in den Menschen verändern. Das ist sonst auch gut so, hier aber nicht. Seit Alters her gehen die Menschen nicht zu Fremden, denn sie mögen im Herzen keine Fremden. Sie gehen dorthin, wohin sie ein Bekannter empfiehlt. Dorthin, wohin sie immer schon gegangen sind. Da hilft das beste Internetangebot wenig.

Netzwerke und Seilschaften

Ein Netzwerk besteht aus einer Gruppe von Menschen, die ihre Fähigkeiten in ein gemeinsames Projekt einbringen. In diesem Fall könnte das ein Webdesigner sein, gemeinsam mit einem Grafiker, einem Programmierer und gerne auch mit einem Menschen für die Kundengewinnung vor Ort. Oder auch Leute, die sich freundschaftlich verbunden sind und sich gegenseitig weiterempfehlen.

Habe ich ein Netzwerk?

Ja, aber es scheint nicht sehr werbewirksam.

Eine Seilschaft ist etwas wie eine lokale Mafia. Früher war es so geregelt … dass jeder Geschäftsmann seine freie Zeit in Vereinen und Gruppierungen zubrachte, oft nur in der Absicht, dadurch Aufträge der anderen Teilnehmer zu bekommen. Andere Seilschaften gehen schon in juristisch fragwürdige Bereiche gegenseitiger Abhängigkeit und Vorteilsnahme.

Habe ich eine Seilschaft?

Ich kenne nicht mal eine!

Zurück