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WordPress oder Joomla

Fragen

Dienstag, 26. November 2019

Am Anfang eines neuen Projekts oder auch vor einer Überarbeitung stellt sich die Frage nach der Software. Ein CMS? Joomla, WordPress oder ein anderes? Ein Shopsystem? Keine Software, sondern herkömmliche HTML-Seiten?

Unter Software ist hier zu verstehen, dass man die Inhalte mit einem Administrationstool online in eine Datenbank eingibt. Beim Seitenaufruf gibt die Software den Inhalt dynamisch aus.

Wie zu erwarten haben all diese Systeme Vor- und Nachteile. Man könnte jedes verwenden, aber erst fallen die weg, die man nicht kennt und beherrscht. Natürlich könnte man sich in jedes System einarbeiten, aber der Aufwand wäre zu gross. Man muss wissen, welche Funktionen für den Auftrag benötigt werden, worauf das Hauptgewicht liegt, was dieses System an Bord haben muss (z.B. Warenkorb, Blog) und was hinzugefügt werden kann.

Produkte verkaufen oder in einem Katalog vorstellen

Dafür verwendet man einen Shop. Hat der Kunde bereits einen funktionierenden, verwendet man den weiter oder baut auf Wunsch alles neu auf.

Einfache Homepage ohne Besonderheiten

Hier empfehle ich nach wie vor, auf Software zu verzichten und herkömmliche HMTL-Seiten auf dem PC zu erstellen und dann zu veröffentlichen. Die meisten meiner Seiten sind immer noch in diesem Stil.

Vorteile:

  • Kostengünstig
  • Völlig freie Hand bei der Gestaltung
  • Die Seiten können kaum gehackt werden, denn es gibt keinen Zugang, den man hacken könnte. (Natürlich kann ein FTP-Zugang gehackt werden, das ist mir aber noch nicht vorgekommen.)
  • Alles liegt in der Hand des Webdesigners. Er muss sich nicht mit Softwarerätseln herumschlagen.

Nachteile:

  • Der Kunde kann sich nicht einloggen und Änderungen vornehmen. Aber danach wird nur immer gefragt, das kommt kaum jemals vor. (Natürlich könnte man den Kunden auch Download, HTML-Bearbeitung, Upload und entsprechende Kommunikation beibringen, aber das macht wirklich keiner.)
  • Strukturänderungen (Navigation) sind aufwendiger.

CMS. Welches System?

Ist der Auftrag ausreichend gross oder anspruchsvoll, will der Kunde unbedingt seine Seiten selbst verändern, dann entscheiden wir uns für ein CMS. Aber welches? Von allem CMS, die es gibt, bin ich mit dreien vertraut: WordPress, Joomla und PHPWCMS. Also empfehle ich eins davon. Sie konnten bisher alles abdecken, was gefordert war. PHPWCMS lassen wir hier beiseite. Es ist aber ein empfehlenswertes, recht leicht zu erlernendes System.

Wichtig: Egal, welches System, immer unbedingt die neueste Programmversion verwenden und regelmässig updaten. Extrem wird es, wenn jemand aus Sparsamkeit, Bequemlichkeit oder Ignoranz heute noch Joomla 1.5 verwendet. Mehrere solche Seiten von Kunden, die ich dadurch bekam, wurden gehackt und zerstört. Typisch ist aber dabei auch, dass meist nur eine Reparatur verlangt wurde, dass man sich aber Geld für einen aktuellen Neuaufbau sparen wollte. So entstehen dann schnell "ehemalige Kunden".

Also was: WordPress oder Joomla?

Erste Frage: Wird es ein Blog? Also eine Homepage mit wenigen fixen Seiten (Startseite, Über mich, Impressum etc.) und voraussichtlich vielen Blogbeiträgen?
Dann nehmen wir WordPress. Auch Joomla kann als Blog eingesetzt werden, ist so angelegt, dass es wie WordPress Vorschauseiten mit Einleitungen der Beiträge ausgeben kann. Aber WordPress ist viel einfacher einzurichten.

Es kann sein, dass andere das anders sehen, aber für mich liegt der Unterschied zwischen Joomla und WordPress vor allem darin, dass man bei WordPress alles fast wie von selbst aus dem Ärmel schütteln kann, während man bei der Joomla-Einrichtung jedes kleine Detail anlegen und konfigurieren muss. Allein schon alle Grundoptionen richtig einstellen ist fast ein CMS-Gesellenstück. Das war auch der Grund, warum ich mich anfangs genervt von Joomla abwandte, denn ich hasse alles Komplizierte. Erst nach Jahren, als die Version längst von 1.5 zu 2.5 und 3.0 gestiegen war, nahm ich mir Joomla wieder vor. Ich gebe zu, mich nervt schon der blöde Name! Klingt wie aus dem Busch, und ich bin nicht so der Ethnotyp.

Doch beim intensiven Studieren stellte ich den immensen Vorteil von Joomla fest: Man hat alles, jedes kleinste Element in der Hand. Vermutlich hätte man das bei WordPress auch, wenn, ja, wenn man selbst programmieren könnte. Nun gehöre ich aber zu den versierten Anwendern, die auch mal einen Code vorsichtig ändern, aber niemals selbst einen schreiben. Wie oft bin ich schon bei WordPress verzweifelt, weil ich einfach keine passende Lösung für ein kleines Problem finden konnte. Es gibt allerdings im Web ein riesiges Depot an Fragen und Lösungen, weil WordPress wohl das am weitesten verbreitete System ist.

Ein typisches Beispiel ist die Menüführung der Seite. In WordPress legt man im Theme Scriptbausteine an, so dass das System das Menü wie gewünscht ausgibt. Man kann Seiten ein- und ausschliessen, eine bestimmte Tiefe vorgeben, und in der Regel klappt das auch. Aber manchmal nicht. Will man unterschiedliche Ausgaben auf verschiedenen Seiten, legt man spezielle Themeseiten an, in denen die Ausgabe anders angelegt ist, und ordnet sie zu.

In Joomla hat man viel mehr Arbeit: Am Anfang legt man Kategorien an, dann Beiträge und ordnet sie den Kategorien zu. Danach legt man ein Menü an, in dem man erst ein Menümodul bearbeitet und dann Punkt für Punkt einen Menütitel einem Beitrag und einer Kategorie zuordnet. Man kann an der Stelle statt Beiträgen auch Blogseiten ausgeben lassen und vieles mehr. Dann kann man vorgeben, dass das Menü nur in bestimmten Bereichen ausgegeben wird, und in anderen ein anderes Menü oder keins.

Erstes Fazit: Joomla macht mehr Arbeit und erfordert eine sehr intensive Einarbeitung, wenn es gut werden soll. Aber dann hat man jedes kleine Detail in der Hand.

In Joomla baut man nicht die Funktionen in die Theme- oder Templatedateien ein, sondern hauptsächlich Platzhalter für Module. Man hat im Prinzip nur eine Templatedatei, die index.php. Dort steht z.B. <jdoc:include type="modules" name="position-1" />. Diese Module sind zum Teil schon vorhanden, auch das Menü beruht auf einem Modul, und andere Module kann man selbst anlegen und zuordnen. Man könnte jede Seite ganz für sich allein gestalten, was natürlich keiner tut.

Ich will nicht zu tief einsteigen, aber ein Punkt ist noch hervorzuheben: Joomla ist ganz besonders gut geeignet, wenn man eine differenzierte Rechteverwaltung mit Autoren, Redakteuren und speziellen Einlogseiten braucht. Ich blicke da noch nicht völlig durch, brauchte es auch noch nicht, aber in diesem Punkt kommt WordPress nicht mit, es sei denn, es gäbe entsprechende Plugins, aber was soll man noch alles erforschen??

WordPress oder Joomla? Keins ist besser, aber sie sind es wert, tiefer zu graben und sich erst dann für eins zu entscheiden. Einfach aufzusetzen ist jedenfalls WordPress.

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