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Qualität im Webdesign

MSO-Webdesign

Dienstag, 3. September 2019

Eine Beurteilung von „Qualität im Webdesign“ sollte so objektiv wie möglich sein. Sie setzt voraus, dass es überhaupt Kriterien zur Beurteilung gibt. Es geht nicht darum, ob mir persönlich etwas gefällt, sondern ob ein Angebot „schön und gut“ für die passende Zielgruppe ist. Da das Internet von zahlreichen halbwegs normalen Menschen gefüllt wird, wird die Qualität im Internet etwa gleich verteilt sein wie die Qualität „draußen“.

Es erscheinen drei Bereiche:

Technische Umsetzung einer Website

Gute Technik kann schwer umzusetzen, aber leicht zu beurteilen sein. Technik muss immer funktionieren, gleich, für welche Zielgruppe und welchen Zweck.

  • Das wichtigste ist fehlerfreier Code; benutzt wird HTML5 und CSS3.
  • Die Seiten müssen übersichtlich sein. Die Navigation selbsterklärend. Die Schrift groß und kontrastreich genug.
  • Keine toten Links, keine fehlenden Bilder. Kein Abbruch bei Bestellungen. Keine Endlos-Warteschleifen.
  • Die Seiten sollen für Menschen geschaffen, aber an Bedürfnisse der Suchmaschinen angepasst werden – Suchmaschinenoptimierung.

Ästhetische Umsetzung einer Website

Ob etwas schön ist, wird schon schwieriger. Schön für wen? Für Junge oder Alte, Männer oder Frauen, Dumme oder Gescheite?

  • Das Design muss zum Inhalt passen. Natürlich möchte man gefallen und zeigen, was man kann. Aber nicht auf Kosten von Information und Funktion.
  • Nerven Sie die Besucher nicht mit Dingen, die jeder schon tausend Mal gesehen hat, und nur Sie denken, das ist neu und toll (Slider).
  • Eine gewisse Harmonie und konsequente Ausarbeitung der Gestaltung können nicht schaden.

Darüber hinaus findet man ganz üble Entgleisungen, bei denen ich völlig subjektiv werde. Es kann ja sein, dass manchem gefällt, wovon mir sehr elend wird.

Ganz schlimme Dinger für die Nerven

Hier nenne ich Dinge, die mir wirklich auf den Sack gehen.

  • Sogenannte intuitive Benutzerführung: Man sieht etwas und weiß nicht, was es bedeutet und was man tun soll.
  • Überdeckende Werbung
  • Ungerufen schreiende Videos
  • Pseudoinformationen, die mich zu etwas leiten, was ich nie gesucht habe
  • Ganz abgesehen von den Verbrechern, die alles misbrauchen und zerstören, was sie in die Finger bekommen.

 

Technische Umsetzung einer Website

Man sieht heute nur noch wenige technisch schlechte Seiten. Das kommt daher, dass fast alle Homepages mit einem CMS wie WordPress aufgebaut werden. Dabei nutzt man eigene oder fremde Templates (Vorlagen, die Seitenstruktur) für das Seitendesign.

Bei der technischen Umsetzung einer Website sollte man einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Sauberer, fehlerfreier Quellcode in HTML5 und CSS3
    Zur Fehlersuche in HTML und CSS gibt es für Firefox und Google Chrome den „Web Developer“. Damit kann man jede Seite durchsuchen und alle Fehler ausmerzen.
  • Design angepaßt an alle Gerätegrößen
    Die Anpassung des Designs an alle Gerätegrößen nennt man responsive Design. Der Browser fragt jedes Gerät nach seiner Bildschirmgröße und gibt die Seite entsprechend aus.
  • Verständliche Navigation ohne Ratespiele
    Eine Navigation sollte nicht zu umfassend sein, dadurch wird sie unübersichtlich. Noch wichtiger ist allerdings, dass jede wirklich wichtige Information sofort gefunden werden kann.
  • Suchfunktion bei größeren Websites
    Fast jede größere Website hat eine Suchfunktion. Damit lassen sich für interessierte Besucher auch gewisse Mängel in der Navigation ausgleichen, denn die Suche findet jeden Ausdruck auf allen Seiten.
  • Optimiert für alle Menschen und Suchmaschinen
    Erst einmal soll eine Homepage für Menschen gemacht werden und nicht penetrant an Suchbegriffe ausgerichtet sein. Zugleich sollte man aber die Bedürfnisse der Suchmaschinen berücksichtigen, auf jeder Einzelseite ein paar weniger Suchbegriffe zu finden.

Sind diese Punkte erledigt, hat man eine Menge Arbeit hinter sich und ist doch längst nicht fertig.

Hilfsmittel zur Verbesserung der Homepage

Das bisherige Ergebnis hat eigentlich noch kein Design. Es könnte alles nur schwarzer Text auf weißem Hintergrund sein. Der Technik ist das egal. Der Betrachter möchte aber umgarnt und mit „Schönem“ verwöhnt werden. Also muss man sich Gedanken über die Ästhetik der Homepage machen.

 

Ästhetische Umsetzung einer Website

Neben der technischen Umsetzung sollte man sich Gedanken über die ästhetische Umsetzung einer Website machen. Hier gibt es kaum objektive Verhaltensregeln. Das Design muss passen. Aber wozu?

Ganz einfach eigentlich: Zum Inhalt der Seite – und zum erwarteten Seitenbesucher.

Inhalt, Ziel, Zielgruppe der Homepage

Gedanken über den Inhalt, das Ziel und die Zielgruppe einer Website macht man sich bereits am Anfang, logisch. Die Fragen sind: Was wird gezeigt? Wer soll es ansehen? Was ist unser Ziel? Wie erreichen wir dieses Ziel? Aus den Antworten ergeben sich die Vorgaben für die Ästhetik.

  • Was wird gezeigt?
    Ihre Firma vorstellen? Produkte verkaufen? Ein Kunstprojekt entwickeln? Politische oder gesellschaftliche Aufklärung betreiben? Vereinsinformationen darstellen? Eine Kommunikationsplattform aufbauen? Private Informationen mitteilen?
  • Wer soll es ansehen?
    Die Zielgruppe also: Land, Region, Sprache, Ort, Alter, Geschlecht, Beruf, Hobby, Gesundheit, sozialer Status.
  • Was ist unser Ziel?
    Soll die Zielgruppe Produkte kaufen? Informationen erhalten? In Kommunikation treten?
  • Wie erreichen wir dieses Ziel?
    Natürlich an dieser Stelle durch eine gelungene Homepage! Doch darauf beschränkt es sich leider nicht. Alles lebt offenbar durch Werbung. Gibt es ein Werbebudget? Kann jemand regelmäßig und hochwertig eine „Social-Media-Seite“ betreuen?
  • Und ganz wichtig:
    Welche Konkurrenz bietet bereits – erfolgreich oder nicht – etwa dasselbe an?

Um zur Beurteilung der Ästhetik einer Website zu gelangen, sollte man diese Fragen beantworten können. Zugleich helfen die Antworten auch dabei zu erkennen, ob das geplante Projekt überhaupt eine Erfolgsaussicht hat. Manche gründen eine kleine Immobienfirma und meinen, das sei eine ganz prima Idee. Oder ein Consultingbüro. Oder etwas mit Coaching. Wahnsinn! Bleibt nur die Frage, ob man in diesem irrsinnigen System genannt „Markt“ ein kleine Lücke findet, in der man ein wenig Erfolg haben kann.

Der beste Tipp wäre: Erfinden Sie etwas, das es noch nicht gibt und das viele gut brauchen können, produzieren Sie es und werfen es auf den Markt. Der Erfolg wäre Ihnen sicher, aber wer schafft das schon??

Ohne so eine geniale Erfindung sollten Sie sich umso akurater an die Beantwortung dieser Fragen machen!

Nun also zur Ästhetik

Nach Beantwortung der Fragen wissen wir, wen wir womit ansprechen wollen. Und genau dem soll die neue Seite gefallen. Keinem sonst. Es ist jedenfalls nicht nötig. Wir wollen keinen Designpreis erringen, sondern unser Ziel erreichen.

Einige grundlegende Aussagen zur Ästhetik gibt es trotzdem. Denken Sie an ein gutes Plakat: Ein Wahlplakat oder eine Produktwerbung. Was fällt auf? Gut gemacht bildet es in sich eine Einheit.

Eine Homepage ist kein Plakat ist kein Prospekt ist kein Worddokument! Aber auch eine gute Homepage bildet eine Einheit.

  • Logo:
    Bei einer Firmenwebsite bestimmt das Logo die Farben der Seite. Anders bei einem Produkt, wo das Logo nur ganz am Rand erscheinen mag. Hier ist alles auf das Produkt ausgerichtet.
  • Farben:
    Die Farben sollen passen, zum Thema, zur Zielgruppe, zueinander. Meist spricht man von Harmonie, aber es können auch grelle Kontraste sein.
  • Schriften:
    Meist verwendet man höchstens zwei verschiedene Schriften. Diese Homepage beschränkt sich auf einen Schreibmaschinenstil für die Titel und eine normale Schrift für den Text.
  • Bilder:
    Ein Bild spricht mehr als alle Worte. Wählen Sie die Bilder sehr zielstrebig aus, die Kosten sollten zweitrangig sein. Man setzt Bilder nicht ein, „weil da noch Platz ist“, sondern um mit ihnen Gefühle anzusprechen.
  • Weitere Elemente:
    Gerne können Sie mit Bedacht weitere Elemente wie Videos, Slider usw. einsetzen. Aber wie so oft gilt: Weniger ist mehr.

Gegen jede Regel darf verstoßen werden! Aber nur bewußt. Wenn man weiß, was man tut! Nicht aus Faulheit oder Geschmacklosigkeit.

Niemals sollte man die Fähigkeit der Besucher unterschätzen, alles misszuverstehen und scheinbar völlig Klares zu übersehen. Einem Kunde baute ich einen Blog auf. Auf der Hauptseite werden wie üblich alle Beiträge mit Titel und ein, zwei Sätzen angerissen. Der Titel ist mit dem Beitrag verlinkt und farblich abgehoben. Trotzdem wurde der Kunde gefragt, warum in den Beiträgen fast nichts drin steht. Man vermisste das bekannte „Weiterlesen“ unter der Einleitung und sah trotz der einheitlichen Linkfarbe nicht, dass man auf den Titel klicken sollte!

Und nun noch zu den ganz schlimme Dinger für die Nerven.

 

Ganz schlimme Dinger für die Nerven

Leider ist das Internet auch nicht mehr, was mal war! Etwa 1999 zeigte mir ein Bekannter, „wie man ins Internet kommt“. Man brauchte einen PC mit dem Internet Explorer und ein Modem, das irgendwie an die Telefonleitung angeschlossen wurde. Es war die Zeit, als Boris Becker in der AOL-Werbung mit genial blödem Gesichtsaudruck fragte: „Bin ich schon drin?“

Ja, er war drin, und ich war es auch. Eine ganz neue Welt. Man konnte endlos von Homepage zu Homepage gehen und lesen und schauen. Ganz Gescheite nannten das „Surfen“. Ein abstoßendes Wort für eine gute Sache.

Man konnte recht einfach selbst eine Homepage gestalten.

Mit dem „FrontPage Express“ von Microsoft. Ich lernte alles, was ich brauchte, und nun gab es endlich einen Ort, wo man all das veröffentlichen konnte, was man schon immer wollte. Ich baute Seite um Seite und stellte alles vor, was mich interessierte. Es gelang mir, so gut zu werden, dass ich seither von der Homepagegestaltung leben kann, wenn auch in den ersten Jahren mit Arbeitslosengeld.

Erste Brüche

Die ersten Brüche im schönen Internet widerfuhren mir, als ich erkannte, dass viele schlechte Menschen ihre Schlechtigkeit aufs Internet ausbreiteten. Ab sofort musste man sich vor Betrug, Viren, Ausforschung, Idiotie und Gebirgen von Spam in Acht nehmen. Doch klar, wie sollte es anders sein?

Später erkannte ich, dass das Angebot immer größer wurde, und letztlich hatte man mit seinen Randthemen so viel Erfolg wie früher ohne Internet: keinen. Denn niemand interessierte sich für das, was einem selbst so wichtig erschien. Man konnte nun also alles veröffentlichen, aber keiner nahm es zur Kenntnis.

Gegenwart

Längst habe ich das Interesse an eigenen Themen im Web verloren. Was keinen interessiert, muss auch nicht ausgebreitet werden. Bücher, die niemand lesen will, müssen nicht veröffentlicht werden. Es genügt mir, wenn ich täglich für meine Kunden arbeiten und mich damit ernähren kann. Daneben lese ich fachliche Infos und allgemeine Nachrichten, und das war’s.

Ich habe akzeptiert, dass die Hauptrichtung bestimmt wird von Kapitalismus und systematischer Volksverdummung, dass fast alles nur dazu dient, Dinge zu verkaufen, von denen das meiste kaum einer braucht. Und dass dafür viele Homepages voller Werbung sind. Alle machen mit, und wer es nicht mag, kann nur wegklicken. Seiten wie Wikipedia mal ausgenommen, und es wird noch viele geben, die ich auch nicht zur Kenntnis nehme.

Daneben finde ich aber ganz schlimme Dinger für die Nerven:

Dinge, die mir wirklich auf den Sack gehen

  • Sogenannte intuitive Benutzerführung
  • Überdeckende Werbung
  • Ungerufen losschreiende Videos
  • Unmäßige Kommunikationsanfragen
  • 1000 Werbemails nach einer Bestellung
  • Der Niedergang von ebay

Intuitive Benutzerführung

Intuition ist eine feine Sache. Vorausgesetzt, man hat sie. Ich meine, über einiges davon zu verfügen, wenn ich einem Kunden zuhöre und dann seine Seite aufbaue.

Aber im Internet ist das anders: Man sieht etwas und weiß nicht, was es bedeutet und was man tun soll. Beispiel Google Maps. Früher war es ganz einfach. Für Firmen konnte man ein API erzeugen und Scripte verwenden, und ganz einfach erschien die Map auf der Homepage. Dann wurde das geändert und seitenlang unverständlich erklärt. In der Folge stellte ich die Maps wie jeder ein, mit „einbetten“. Nun aber sehe ich die Map-Seite und kapiere nicht, was man tun soll.** Ich weigere mich, den ganzen Mist zu lesen, weil es zuvor so einfach ging. Ich habe hierfür keine Intuition!

** Nachtrag: Endlich fand ich eine gute Darstellung, wie man Google-Maps ganz einfach anlegt. Nach etwas lesen und grübeln schaffte ich eine neue Map in wenigen Minuten! Hier ist die Seite: medienkompass.de/google-maps-in-die-eigene-website-einbinden-so-geht

Überdeckende Werbung

Überhaupt Werbung. Man akzeptiert, dass sie nötig sein soll. Schlimm nur, wenn man den Eindruck bekommt, die Texte erscheinen nur, damit die Werbung nicht allein auf der Seite steht. Man versucht, sie beim Lesen zu ignorieren.

Das muss den Werbenden auch aufgefallen sein, denn nun erscheint immer öfter überdeckende Werbung. Man liest einen Absatz und plötzlich geht so ein Mistding auf und überdeckt den Text mit etwas, das man ganz sicher nicht ansehen möchte.

Reaktion: Wegklicken! Dann lesen wir das Zeug eben nicht!

Ungerufen losschreiende Videos

Das ist eins vom schlimmsten, loschreiende Werbevideos. Man ist auf einer Seite, liest einen Text, scrollt runter – und plötzlich startet von selbst ein total lautes Video. Natürlich ein blöder Werbefilm. Das ist eine Unverschämtheit.

Reaktion: Sofortiges Wegklicken oder Schließen des Fensters.

Unmäßige Kommunikationsanfragen

Sehr nervend sind auch kleine Popups, die anfragen, ob man Kommunikation wünscht oder sich zu irgendwas anmelden möchte, während man gerade angefangen hat, einen Text zu lesen.

Reaktion: Schließen des Popups oder Wegklicken von der Seite.

1000 Werbemails nach einer Bestellung

Mein älterer Nachbar bat mich, für ihn eine Kiste Wein zu bestellen. Es war ein Sonderangebot über REWE bei einem Anbieter namens weinfreunde.de. Ich bestellte die Kiste und bekomme seither täglich eine Werbemail von denen, obwohl ich ausdrücklich nicht um Infos oder Newsletter gebeten hatte.

Oder ich bestelle irgendwas, etwa Joggingschuhe, und bekomme ein Jahr lang täglich eine Mail vom Händler.

Reaktion: Nichts mehr dort kaufen!

Der Niedergang von ebay

Ich weiß nicht, ob ebay im Niedergang ist, aber sicherlich für mich. Früher war das ein Erlebnis, morgens als erstes nachzusehen, ob man was ersteigert oder verkauft hat. Heute ist es nur noch Mist-Kommerz. Das Nervende dabei ist – denn man muss die Seite ja nicht nutzen – dass man auch von ebay täglich mehrere Werbemails bekommt mit Sonderangeboten und all dem Scheiss, den man nicht will oder bereits gekauft hat.

Reaktion: Erst mal immer alles löschen. Eines Tages melde ich mich deswegen dort ab.

Wie erstelle ich schlechte Websites, die jeder hassen kann?

Ganz einfach: Verwenden Sie möglichst viele der auf dieser Seite genannten Funktionen. Geben Sie viel Geld für die neue Website aus und seien Sie sicher, dass fast jeder sie hassen wird, der noch nicht völlig hohl im Kopf ist.

Und das ist alles, was ich dazu sagen kann.

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